Lebenszyklus

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Triops haben ein im Tierreich ziemlich einmaliges Verhalten, was einmal auf ihr enormes Alter und zum anderen auf ihre Lebensweise zurückzuführen ist. Das Leben des Triops beginnt beim Schlüpfen. Man kennt bis heute nicht genau die Ursachen die das Schlüpfen des Triops verursachen und wie die Prozesse, die daran beteiligt sind, genau ablaufen; man hat allerdings herausgefunden, das Nauplien positiv auf Wärme, Licht, eine geringe Wasserhärte und verschiedene andere Faktoren reagieren. Man vermutet, das die Triopseier durch irgendwelche speziellen Sensoren oder Rezeptoren in oder am Ei diese Umweltparameter wahrnehmen und sie auswerten. Es ist schon häufig beobachtet worden das Triopseier ohne vorherige Trocknung schlüpfen. Das erklärt man sich bisher folgendermaßen : Solange eine hohe Triopsdichte im Wasser herrscht, sich also eine Menge Nahrungskonkurrenten im Becken befinden, produzieren diese bei der normalen Verdauung Stickstoffverbindungen die sich im Wasser lösen, vor allem Nitrat. Nimmt der Wert dieser Gifte auf Grund einer absterbenden Triopspopulation oder eines starken Regengusses, der das Wasser im Tümpel verdünnt, ab, wird dies von den Eiern registriert, worauf diese merken, dass nun ein guter Zeitpunkt wäre, um zu schlüpfen. Dieser Trick schützt vor einer Überbevölkerung eines von Triops bevölkerten Tümpels.

Trocknet der Tümpel komplett aus, schlüpfen die Triopsnauplien auch nicht mehr. Die Eier sind erst dann aktiv, wenn sie mit Wasser vollgesogen sind. Im trockenen Zustand verfallen sie in eine Art „Lauerstellung“ der die Eier davor schützt abzusterben. Denn wenn die Eier einen Stoffwechsel hätten, was normaler Weise üblich ist, würden die Eier nach spätestens mehrjähriger Trockenperiode unbrauchbar sein. Wäre der Schlupf der Eier von einer bestimmten Zeit abhängig könnte es sein, das die Eier schlüpfen, wenn der Tümpel gar kein Wasser führt, bzw. die Eier sich im Trockenen befinden. Also ist das Wasser maßgeblich entscheidend für den Schlupf. Ein genialer Trick der Natur der den Nauplien größtmöglichen Schutz vor allen möglichen Witterungseinflüssen gibt. Man vermutet, dass der Triops dadurch auch gegen nahezu jede Naturkatastrophe immun ist, da sie selbst nach jahrzehnte langer Dürreperiode oder sintflutartigen Regenfällen überleben werden. Wenn ein kurzer schwacher Regen  dafür sorgt das die Eier sich mit Wasser voll saugen, schlüpft stets nur ein Teil der Eier. Falls der Regenguss nicht ausreichend war, um das die Triops das Erwachsenenstadium erreichen können, um Eier zu legen, bleiben immer noch genug Nauplien in ihren Eiern in „Lauerstellung“ und warten auf den nächsten Regenguss. All diese aufgeführten Besonderheiten der Triopseier sind wahrscheinlich der Grund dafür warum es diese lebenden Fossilien noch heute wie vor Jahrmillionen unverändert gibt.

Wenn die Nauplien einmal geschlüpft sind, beginnt sofort der Kampf ums Überleben. Die Nauplien verfügen über ein lichtempfindliches Organ: das Punktauge. Sie sind in der Lage hell von dunkel zu unterscheiden. Sie bewegen sich in den ersten Tagen immer in besonderes helle Regionen ihres Beckens oder ihres Tümpels da sich da besonders viele Kleinstorganismen wie Algen, Rädertierchen, Wimpertierchen und andere befinden, die für die Nauplien ihre Hauptnahrungsquelle darstellen. Sie können sich auf Grund ihrer geringen Größe nur wenig fortbewegen. Sie versuchen sich mit ruckartigen Bewegungen in eine möglichst günstige Position zu bringen, wo sie viel Nahrung vermuten. Dann beginnen sie wenige Zentimeter aufzusteigen und lassen sich wieder Fallen. Der Grund ist ebenfalls wieder ein genialer Trick : Da es die Nauplie zu viel Energie kosten würde pausenlos durchs Wasser zu schwimmen, bewegt sie sich einfach an einen Ort wo möglichst viel Nahrung ist und beginnt dann da mit der Nahrungsaufnahme. Dadurch dass sie erst aufsteigen und sich dann wieder Fallen lassen sparen sie die Hälfte der Wegstrecke, was ihre Bewegungen äußerst effizient macht. Mit den feinen Borsten an den Ruderbeinen der Nauplien können sie diese Kleinstorganismen aus dem Wasser filtern und ihrem Mund zuführen, um sie aufzunehmen. Wenn die Nauplie einen ausreichend großen Vorrat an Nahrung und Energie aufgenommen hat beginnt sie mit der Häutung. Sie bildet unter ihrer alten Schale die neue. Da die Nauplie wächst dehnt sich die erste Schale aus, bis sie aufplatzt und die Nauplie aus ihr herausschlüpfen kann.

Im zweiten Nauplienstadium ist das Tier schon deutlich aktiver, sie bewegt sich nun etwas flinker durch das Becken, ernährt sich aber nach der selben Strategie, nur ist sie jetzt nicht mehr darauf angewiesen so sparsam mit ihren Kräften umzugehen.

Im dritten Nauplienstadium hat sich nun das lichtempfindliche Punktauge weiterentwickelt zu zwei Facettenaugen die nun nicht nur in der Lage sind Lichtunterschiede wahrzunehmen, sondern auch ermöglichen ein zwar grobes, aber trotzdem ausreichendes Bild der Umwelt zu schaffen. Die Nauplie kann sich nun schon von winzigen Krümelchen ernähren, die am Boden liegen, weshalb die Nauplien in diesem Stadium bereits hauptsächlich in Bodennähe leben. Beachtlich ist auch das sich die Augen genau rechtzeitig zur umgestellten Ernährungsstrategie angepasst haben. Die Nauplie hat sich erst an Hand des Lichtes indirekt orientiert um ihre Nahrung zu finden, nun spürt sie ihr Futter direkt auf, indem sie es mit ihren Augen erblickt.

Im vierten Nauplienstadium hat sich nichts Wesendliches verändert, die Nauplie schwimmt hauptsächlich in Bodennähe umher und grast kleine Algenfäden ab oder ernährt sich von ersten größeren Organismen wie Wasserflöhen oder ähnlichem.

Wenn die Nauplie sich in das Erwachsenenstadium weiterentwickelt hat, beginnt sie nun ihre Blattbeinpaare zu bewegen um sich fortzubewegen. Nach grade mal einer Woche ist die Nauplie zu einen erwachsenen Tier herangereift, das sich bereits vollkommen wie ein erwachsener Triops benimmt und sich so ernährt. Das ist auch im Tierreich ziemlich außergewöhnlich da der Triops für seine Tierfamilie, den Brachiopoden, innerhalb sehr kurzer Zeit extrem große Gewichtszunahmen verzeichnet, wie es sonst nur bei den Insekten vorkommt. Grund für dieses rasendschnelle Wachstum liegt wieder in zwei Umweltfaktoren :

Wenn es zum Beispiel in einem Jahr nur sehr wenig geregnet hat, der Tümpel nur zu einem sehr geringen Teil mit Wasser gefüllt ist, haben die Triops nur sehr wenig Zeit um die Geschlechtsreife zu erlangen und sich fortzupflanzen bis der Tümpel wieder ausgetrocknet ist. Wenn der Triops also nach extrem kurzer Zeit bereits erwachsen ist und sich sehr früh schon fortpflanzen kann, kann er die Chance sich erfolgreich fortzupflanzen erheblich steigern.

Zweiter Grund sind die Insekten. Sobald ein Tümpel sich mit Wasser gefüllt hat, ist es nur eine Frage der Zeit bis er verschiedenste Insektensorten anlockt unter anderem die gemeine Stechmücke. Die Mücke an sich ist für den Triops harmlos, sogar eine wertvolle Nahrungsquelle sobald sie größer sind. Die größere Bedrohung die von ihnen ausgehen sind ihre Larven. Mückenlarven sind wahre Killer. Sie würden innerhalb kürzester Zeit alle Nauplien eines Tümpels fressen. Auch hier spielt die Zeit wieder eine wichtige Rolle. Die Triopsnauplie schlüpft bereits nach nur einem Tag, sofort nach dem Regenguss, die Mückenlarve braucht erst mal eine gewisse Zeit bis überhaupt ihr Ei in den Tümpel gelegt wird, da Mücken bei Regen nicht fliegen können. Die Mückenlarven brauchen außerdem mehrere Tage bis sie aus ihren Eiern schlüpfen. Genug Zeit also für die Triopsnauplien sich zu entwickeln und bereits groß genug zu sein das die Mückenlarven ihnen nicht mehr gefährlich werden können wenn sie schlüpfen. Sobald die Nauplien das Erwachsenenstadium erreicht haben werden die Gejagten zum Jäger, da sie nun in der Lage sind die Mückenlarven zu erlegen und zu fressen.

Wenn der Triops das Erwachsenenstadium erreicht hat braucht er nur noch Fische, falls sie überhaupt in den Tümpel kommen, und Vögel zu fürchten. Gegen die Vögel haben Triops allerdings auch eine gute Abwehstrategie : Sie gleichen ihre Körperfarbe dem Bodengrund des Gewässers, in dem sie leben, an und sind somit von oben, besonders bei trübem Wasser nahezu unsichtbar und somit gut getarnt vor Angriffen aus der Luft.

Die Triops sind nun pausenlos damit beschäftigt im Bodengrund nach Nahrung zu buddeln und häuten sich etwa einmal täglich. Sie legen am Tag 3-5mm Körperlänge zu. Nach etwa zwei Wochen erreichen sie dann die Geschlechtsreife. Es bilden sich die beiden Eiersäckchen aus, die sich nun, je nach Nahrungsangebot und Temperatur unterschiedlich schnell mit Eiern füllen. Sobald sich die ersten Eier im Eiersäckchen der Triops befinden beginnt der Triops tiefere Löcher zu buddeln, dabei hilft dem Triops seine für diese Aufgabe perfekt geformte Schädelplatte. Sie ermöglicht es dem Triops sich mit dem Schädel tief in den Sand zu schieben, wie ein Keil. Er gräbt etwa 3-4cm tiefe Löcher, anstatt oberflächlich im Bodengrund zu scharren. Sobald er das Loch fertiggegraben hat, an einer in seinen Augen gut geeigneten Stelle, beginnt er mit der Eiablage. Dazu  legt er sich quer über das ganze Loch, biegt einen Körper nach oben durch und schüttet die Eier aus seinem Eiersäckchen in die Grube. Sobald er die Eier gelegt hat verklebt er sie mit dem bereits angesprochenen Sekret zu kleinen Bündeln. Die Löcher werden nun mit Sand zugescharrt um die Eier vor Feinen zu schützen. Die Eier sind aufgrund ihrer Größe und ihrer Farbe im Sand nahezu unmöglich zu finden. Der Triops wählt für seine Eiablage bevorzugt schwer zugängliche Orte wie Wurzelballen von Pflanzen, unter großen Steinen, in Ufernähe oder in Spalten. Sinn des ganzen ist es die Eier vor Feinen und vor Artgenossen zu schützen. Wenn die Nahrung aus irgendwelchen Gründen beginnt knapp zu werden beginnen die Triops die von ihnen selbst gelegten Eier zu fressen um sich selbst am Leben zu erhalten, in der Hoffung das die schwächeren Tiere absterben und für die Überlebenden nun wieder genug Nahrung zu Verfügung steht. Die Eier werden bewusst so gelegt das sie nicht mehr ohne weiteres von anderen Triops erreicht werden können um das Überleben der Zysten sicherzustellen. Die Triops unternehmen also eine ganze Menge um ihre Brut zu schützen. Eine solche Brutfürsorge ist für Brachiopoden eher ungewöhnlich. Die Verwandten Salinenkrebschen zum Beispiel überlassen ihre Eier nachdem sie die Eier an wahllosen Orten gelegt habe ihrem Schicksal.

 


Lebenszyklus vom Ei bis zum erwachsenen Triops

 

In der oberen Skizze sieht man den Lebenszyklus der Triops noch mal veranschaulicht. Aus den Eiern schlüpfen nach kurzer Zeit die Nauplien, die sich von Algen und winzigen Mikroorganismen ernähren. Diese entwickeln sich mit der Zeit weiter zu größeren Nauplien die immer größere Nahrungsbrocken zu sich nehmen bis sie schließlich das Erwachsenenstadium erreichen in dem sie nun große Nahrungsbrocken zu sich nehmen. Nach etwa 2 Wochen erreicht der Triops dann die Geschlechtsreife. Von nun an legt er bis zu seinem Tod Eier. Der Zyklus beginnt von neuem.

Ein anderes Phänomen das man öfters bei Triops beobachten kann ist der Kannibalismus. Wenn es zu einer Nahrungsknappheit kommt, werden schwächere Tiere umgebracht und zusammen mit auf natürlichem Wege verendete Tiere verspeist. Grund dafür ist ebenfalls eine Nahrungsknappheit. Wenn die Triops zu groß werden kann es schnell passieren, das die Tiere mehr Nahrung benötigen als tatsächlich vorhanden ist. Dieses Problem versuchen die Triops damit zu kompensieren indem sie auf alle verfügbaren Nahrungsquellen zurückgreifen. Pflanzen, tote Artgenossen, schwache lebende Artgenossen oder irgendwann auch die Eier. Die Triops versuchen sich so lange wie möglich am Leben zu erhalten um darauf zu hoffen das wenigstens die starken Triops noch mal die Möglichkeit bekommen Eier zu legen.

Wenn es hingegen passiert das ein weiterer Regenguss dafür sorgt das wieder genug Platz in dem Tümpel ist bemerken das die bereits gelegten Eier und es schlüpfen wieder neue Nauplien. Die Eier erkennen quasi wenn es sich für sie lohnt zu schlüpfen. In Zeiten wo Nahrungsmangel herrscht, schlüpft nichts, auch hier wieder ein Schutzmechanismus der Natur um alle verfügbaren Ressourcen bestmöglich zu nutzen.

Eine weitere Verhaltensweise der Triops ist ihr Jagdverhalten. Triops haben im Laufe der Jahrmillionen eine Technik entwickelt wie sie relativ gefahrlos größere Beutetiere erlegen können. Die Triops nehmen durch ihre Sinnesorgane, sprich ihre Augen oder ihre Antennenarme, die Anwesenheit einer potentiellen Beute wahr. Sie beobachten die Beute nun aus sicherer Entfernung eine Weile um einschätzen zu können wie gefährlich die Beute ist. Wenn sie sich gar nicht bewegt, es sich also um Aas handelt, stürzen sie sich sofort darauf um sie zu verspeisen. Das erkennen sie auch an dem Verwesungsgeruch, der sich mit der Zeit bildet. Sie können Gerüche und Geschmäcke mit ihren Antennenarmen wahrnehmen und diese auswerten. Wenn die Beute noch lebt beginnt eine Reihe von Stufen in der sich der Triops immer mehr an sein Opfer herantastet. Wenn der Triops sich in unmittelbarer Nähe seines Opfers befindet streckt er seine Antennenarme aus und tastet vorsichtig das andere Tier ab. Wenn es darauf nicht reagiert schnellt er kurz vor, stößt es mit seiner Schädelplatte an und zieht sich danach sofort in Sicherheit zurück. Nach einem kurzen Augenblick beginnt dann der zweite Anlauf in dem der Triops seine Beute in enger werdenden Kreisen umzingelt. Wenn er so nahe an dem Tier dran ist, das er es erreichen kann, stößt er vor und wirft sich auf seine Beute. Er greift das Tier stets von Hinten an, wo es kein Maul und keine Beine hat um sich zu verteidigen. So kann der Triops sicherstellen, das er bei der Attacke nicht verletzt wird. Auffällig an dem Jagdverhaltend er Triops ist das sie trotz der Tatsache das sie kein Gehirn haben instinktiv genau wissen wie sie sich dem Tier nähern müssen ohne ein zu großes Risiko einzugehen. Sie sind außerdem in der Lage schon im voraus abzuschätzen wie groß ihre Erfolgschancen sind, das Opfertier zu überwältigen. Sie greifen nie Tiere an, die größer sind als sie selbst.

 

 

 

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Stand: 17. November 2009
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