Habitat

>>> Hallo und herzlich willkommen auf Koenigstigers-Urzeitkrebse.de. Hier erfahrt ihr alles Wissenswerte über die Zucht und Pflege von Urzeitkrebsen wie Triops Cancriformis - Triops Longicaudatus - Triops Australiensis - Lepidurus Apus - Artemia Franciscana - Artemia Parthenogenetica - Artemia spec. Sibiria - Artemia cf. Salina - Artemia Salina - Branchipus Schaefferii - Daphnia Magna - Daphnia Pulex und vielen anderen <<<
 

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Die Triops haben sich als ihren natürlichen Lebensraum eine höchst ungewöhnliche Region ausgesucht, sie leben in sogenannten Temporärgewässern, was soviel heißt wie dass sie in Tümpeln leben, die nur zu ganz bestimmten Jahreszeiten überhaupt existieren. Der Grund warum sie dort leben, ist ihre einmalige Lebensweise. Triops haben sich darauf spezialisiert sich von Kleintieren im Bodengrund zu ernähren, sowie ihre Fortpflanzungsstrategie, die sich daran angepasst hat. Sie sind also auf Gewässer angewiesen, die einen relativ feinen Bodengrund haben, der reich an kleinen Tieren ist. Darum leben sie beispielsweise nicht in schnell fließenden Flüssen, da in ihnen der Bodengrund viel zu grob ist und es aufgrund der Strömung nahezu unmöglich wäre, nach Nahrung zu buddeln. In stehenden Gewässern ist die Dichte von kleinen Organismen viel größer, außerdem sind solche Gewässer auch ein perfekter Brutplatz für Mückenlarven und ähnliches, die für die Triops ebenfalls eine wichtige Nahrungsquelle darstellen.

Zweiter Grund ist die schon eben angesprochene Fortpflanzungstechnik. Triops legen sehr kleine Eier, die mit Hilfe eines von einer Drüse ausgesonderten Sekrets mit dem Sand zu kleinen Klumpen verklebt werden. Dieses Sekret hat einen niedrigen pH- Wert, der die Eier gegen Bakterien oder Pilzbefall nahezu immun macht und wirkt wie ein natürlicher Klebstoff. Es sorgt dafür, dass die kleinen Bündel schwerer von der Strömung oder, wenn sie an Land sind, vom Wind weggetragen werden können. Dazu sind diese Klümpchen besser davor geschützt, von anderen Tieren gefressen zu werden, obwohl es sogar schon mal beobachtet wurde das einige Eier den Darm eines Tieres unbeschadet wieder verlassen können und danach noch immer schlupffähig sind. Die Triops sind also auf ein Gewässer angewiesen, das wenig bis gar keine Strömung aufweist, wenigstens in der Uferzone so feinen Bodengrund hat, das sie ihre Eier mit dem Sand verkleben können und möglichst frei von irgendwelchen aggressiven Bakterienkulturen sind, die den Eiern schaden könnten, die manchmal mehrere Wochen bis Monate schutzlos im Wasser liegen und sich den Bakterien aussetzen müssen. Besonders gut eignet sich dafür einer von Regenwasser gespeister Tümpel, da Regenwasser besonders rein und frei von Bakterienkulturen ist, die sich in länger stehenden Gewässern bilden.

Dritter und wohl wichtigster Grund für die Auswahl ihres Habitats sind ihre Fressfeinde. Die größten Fressfeinde der Triops sind Fische. In einem See oder im Ozean wären sie den Fischen schutzlos ausgeliefert und würden innerhalb kürzester Zeit ausgerottet werden. Darum musste die Evolution helfen ihnen von den Fischen zu fliehen, bevor sie sich entwickeln konnten. Triops gibt es bereits seit dem Perm, also vor über 230 Millionen Jahren. Der moderne Fisch, wie wir ihn heute kennen, hat sich erst sehr viel später entwickelt. Genug Zeit also für das kommende Problem eine Lösung zu finden. Die Triops sind dem Problem folgendermaßen entgegen getreten : Fische brauchen ebenso wie Triops das Wasser, ohne das sie nicht leben können. Die Eier der Triops brauchen jedoch kein Wasser um überleben zu können, Fischlaich schon. Die Triops müssen es also schaffen, ihre Geschlechtsreife zu erlangen und möglichst viele Eier zu legen, bevor die Fische sie fressen können. Die Eier legen sie in Ufernähe ab, damit, wenn der Wasserstand durch Verdunstung sinkt, die Eier vor Feinden aus dem Wasser geschützt sind. Sie werden zusätzlich mit dem Sand zu kleinen Bündeln verklebt, die sie vor dem Wind schützen. Die äußerst robuste Beschaffenheit der Eier macht sie dazu unempfindlich gegen jede Form von Witterung, selbst Minustemperaturen, sengende Hitze oder andere Umweltfaktoren können den Eiern nichts anhaben. Die Triops die sich in Gewässer zurückgezogen haben die komplett austrocknen, können diesen Vorteil komplett ausschöpfen : Wenn das Wasser komplett verdunstet ist, sterben zwar alle Triops ab, aber auch alle Fische und deren Laich. Wenn sich nun in der nächsten Regenperiode der Tümpel wieder mit Wasser füllt ist er frei von Fischen. Die Triopseier die am Ufer gelegt wurden, werden im Laufe der Zeit vom Regen in die Mitte des Tümpels gespült und werden dann in den nächsten Tagen schlüpfen. Die Nauplien werden in riesiger Zahl schlüpfen, da die Brut einer Generationen so innerhalb weniger Tage schlüpfen wird. Die winzigen Nauplien sind natürlich äußerst empfindlich und es werden auch nur die wenigsten von ihnen überleben, doch es werden auf jeden Fall genug Tiere sein, die wieder Eier legen werden, um diesen Zyklus von neuem beginnen zu lassen. Die Triops brauchen jedoch keine Feinde mehr zu fürchten, da mit der Trockenheit alle Fische ausgestorben sind. Durch  das Wasser werden auch in kürze, während die Nauplien zu Triops heranwachsen, eine riesige Anzahl von kleinen Insekten, Würmern und anderem Getier kommen, die den Triops als Nahrung dienen werden. Dieser geniale Trick der Natur sorgt schon seit vielen Millionen Jahren für das Überleben dieser einzigartigen Tierspezies.

 

Temporärgewässer im Wandel der Jahreszeiten

Winter : Der Tümpel ist zugefroren, kein Leben möglich
Frühling : Die Schneeschmelze sorgt für reichlich Wasser, milde Temperaturen ermöglichen den Schlupf der Triops, gegen Ende beginnt die Eiablage,
Sommer : Die Sonne trocknet den Tümpel aus, Hunderte Triops legen Eier solange sich noch Wasser im Tümpel befindet.
Herbst :
Während der Herbststürme können sich die ausgetrockneten Tümpel noch mal füllen und bei milden Temperaturen eine weitere Generation von Triops schlüpfen.

 

 

 

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Stand: 17. November 2009
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