Anatomie

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Nauplien

 In den ersten Tagen durchleben die Triops eine erstaunliche Metamorphose. Aus den grade mal sandkorngroßen Eiern schlüpfen innerhalb weniger Tage die etwa 1mm großen Triopsnauplien, die sich dann rasendschnell zum erwachsenen Triops entwickeln. In diesem Kapitel werden alle Entwicklungsstadien aufgelistet und in ihren charakteristischen Merkmalen beschrieben. 


schematische Darstellung der vier Nauplienstadien

Auf der oben gezeigten schematischen Darstellung erkennt man gut die Entwicklung der Nauplie innerhalb der vier Stadien und die jeweiligen Größenunterschiede. Die Darstellung dienen zum Vergleich und zum besseren Verständnis des nachfolgenden erläuternden Textes.

Erstes Nauplienstadium

Direkt nach dem Schlüpfen haben die Nauplien einen tropfenförmigen Körper. Sie sind weniger als 1mm lang und breit. Ihre Farbe ist weiß bis karamellfarben. An ihrem Körper befinden sich vier kurze und zwei lange Extremitäten, die mit feinen Borsten besetzt sind. Diese dienen den Triops zur Fortbewegung und um die winzigen  Kleinstorganismen wie Räder-, Wimper- und Pantoffeltierchen, die ihre Nahrung darstellen, aus dem Wasser zu filtern.
Ihr Körper ist leicht geriffelt, die Anlagen für die späteren Ruderbeine sind bereits erkennbar. Sie haben eine Oberlippe, die den Darmeingang verschließt. Noch verfügt die Nauplie über keine Mundwerkzeuge, weshalb sie noch nicht in der Lage ist eigenständig Nahrung zu sich zu nehmen. Sie ernährt sich in der ersten Zeit von einem am Körper angehefteten Dottersack. An der Spitze der stumpfen Seite ihres Körpers befindet sich ein winziges Punktauge mit dem sie Hell-Dunkelkontraste unterscheiden kann. Um detailliertere Bilder wahrzunehmen ist dieses Auge noch nicht spezialisiert genug. 
Die Nauplie bewegt sich zu diesem Zeitpunkt sehr zaghaft zuckend in Bodennähe, steigt ein paar Zentimeter auf und lässt sich dann wieder zu Boden fallen. Sie sind anfangs noch sehr schwach und brauchen sehr viel Licht, Ruhe und Wärme um gedeihen zu können.

  Zweites Nauplienstadium

Nach der ersten Häutung, die in der Regel nach etwa 6-10 Stunden nach dem Schlüpfen eintritt, beginnt das zweite Nauplienstadium. Ihr Körper ist nun etwa 1 ½ mal bis doppelt so lang wie im ersten Nauplienstadium. Er ist weiß bis milchig durchsichtig und eher länglich gestreckt. Die Körperform hat sich nun deutlich an die des erwachsenen Tieres angenähert. Ihre Extremitäten sind nun noch etwas ausgeprägter und ermöglichen es ihnen sich etwas schneller durchs Becken zu bewegen und seltener Pausen einzulegen. Am Rumpf haben sich die Riffel nun etwas stärker ausgeprägt, auch erkennt man schon am Rand des Körpers die winzigen Beinanlagen, die sich allerdings noch nicht bewegen. Am spitzen Ende des Rumpfes erkennt man nun ein Körpersegment, das sich aufzuspalten beginnt. Es ist die Anlage für den Gabelschwanz. Das Auge des Triops ist etwas größer geworden, ist allerdings in seinen Funktionen noch nicht ausgereifter.

  Drittes Nauplienstadium

Nach 24-36 Stunden erreicht die Nauplie nun das dritte Nauplienstadium. Sie ist nochmals ein ganzes Stück gewachsen und misst nun etwa 3 Millimeter. Der Körper ist noch mal etwas länglicher geworden, die Beinanlagen sind nun deutlicher zu erkennen. Das Punktauge hat sich nun in zwei Augen aufgeteilt, die sich nach und nach zu den Facettenaugen des erwachsenen Triops umbilden. Die Extremitäten der Nauplie sind nun etwas enger zusammengerückt und bilden die Antennenarme, die der Triops im Erwachsenenstadium braucht um sich zu orientieren. Sie haben jetzt ihre Borsten verloren und haben die Aufgabe der Bewegung abgegeben. Die Nauplie bewegt sich nun durch rhythmische Bewegungen des Hinterleibes fort und ist auf der Suche nach Nahrung. Die Oberlippe beginnt sich nun zu der Schädelverdickung umzubilden mit welcher der Triops dann später im Sand nach Nahrung wühlen wird. Auf dem Rücken erkennt man bereits die Anlagen für die spätere Schädelplatte. Sie bedeckt in diesem Stadium nur etwa ¼ des gesamten Rumpfes, wird aber während der nächsten Häutungen noch deutlich an Umfang dazugewinnen. Der Gabelschwanz beginnt sich deutlich auszuprägen, hat allerdings noch eine Kegelform.

  Viertes Nauplienstadium

Nach etwa 3-4 Tagen erreicht die Nauplie schließlich das vierte und letzte Nauplienstadium. Sie ist nun etwa 5mm lang und besitzt bereits alle Körpermerkmale eines erwachsenen Triops. Die Schädelplatte ist nun etwa auf die Hälfe der Rumpflänge ausgebildet und hat nun ihre charakteristische Form mir den beiden spitzen Enden ausgeprägt. Die Schädelverdickung ist vollkommen ausgebildet und nicht mehr durchsichtig. Sie wird im Laufe der Zeit eine gräulich weiße Farbe annehmen. Die Beinanlagen sind bereits vollkommen ausgebildet, bewegen sich aber noch nicht. Die Bewegung übernimmt beim Triops immer noch der Hinterleib, der sich rhythmisch bewegt. Am Ende des Rumpfes hat sich nun der Gabelschwanz vollkommen ausgeprägt und seine dünne, längliche Form bekommen, wie beim erwachsenen Tier. Der Gabelschwanz macht nun etwa 1/3 bis ½ der gesamten Körperlänge aus. Die Antennenarme sind noch ein wenig mehr gewachsen und sind nun nicht mehr als die ehemaligen Ruderärmchen zu erkennen. Die Nauplie ist jetzt sehr aktiv unterwegs und pausenlos auf Nahrungssuche. In den nächsten Tagen wird sie dann beginnen sich mit ihren Blattbeinen fortzubewegen und nicht mehr zu schwimmen, sondern sich nur noch in Bodennähe fortzubewegen. Nach etwa 5 Tagen hat sie sich dann zu einem erwachsenen Triops entwickelt.

  

Adulter Triops

 Nach etwa 5 Tagen nach dem Schlüpfen erreicht der Triops dann das Erwachsenenstadium. Der erwachsene Triops verändert sich nur noch geringfügig in seinem äußeren Erscheinungsbild. Er wächst jedoch noch um ein vielfaches seiner ausgänglichen Körpergröße an. Das proportionale Verhältnis vom Gabelschwanz und von den Antennenarmen zum Körper verändert sich mit zunehmender Körpergröße auch erheblich. Mit der Geschlechtsreife, die im Alter von etwa 2 Wochen eintritt bildet der Triops auch seine Geschlechtsorgane, die Eiersäckchen, in denen er die Eier produziert aus.

schematische Zeichnung eines adulten Triops

1.) Facettenaugen ( Ocellus )

Der Triops verfügt über zwei oval geformte in der Schädelplatte eingelassene Facettenaugen, mit Hilfe derer er seine Umwelt optisch wahrnehmen kann. Das Auge ist in der Lage Hell-Dunkel-Kontraste wahrzunehmen, kann jedoch keine Farbunterschiede erkennen. Sie sind ähnlich wie die Augen der Insekten gebaut, jedoch mit einer zusätzlichen Schale überzogen, die unter Wasser wie eine Taucherbrille funktioniert und damit die Augen während der Häutung keinen Schaden nehmen. Die Augen können nicht bewegt werden, ermöglichen aber wegen ihrer Kuppelform einen Rundumblick.

2.) Drittes "Auge"

Diesem dritten augenähnlichen Gebilde verdankt der Triops seinen Namen. Es sitzt genau zwischen den beiden Facettenaugen, ist aber bedeutend kleiner. Der Triops kann mit diesem Auge nicht sehen. Seine genaue Funktion ist bisher noch nicht vollkommen erforscht. Man vermutet allerdings das der Triops dieses Organ dazu benötigt um den osmotischen Druck im Wasser zu messen und seinen eigenen Körperdruck darauf einzustellen. Andere Wissenschaftler hingegen sind der Meinung dass dieses Organ zur Hell-/Dunkelwahrnehmung dient.

3.) Antennenarme

Der Triops verfügt über zwei Antennenarme, die an der Basis dem Rumpf auf Höhe der Mundwerkzeuge entspringen und sich dann auf Höhe der Schädelplatte in drei unterschiedlich lange Teile aufteilen. Er benutzt diese Antennen zum Fühlen. Er kann mit ihrer Hilfe feinste Bewegungen im Wasser spüren, die Bodenoberfläche abtasten und schmecken. Auf diese Weise kann er mit den Antennen leicht seine Nahrung aufspüren und sich in seiner Umwelt orientieren. Ihre Länge nimmt mit zunehmenden Alter erheblich zu. Die Antennenarme können 1 ½ mal so lang wie die Schädelplatte werden.

4.) Anbindung Schädelplatte – Rumpf

Die balkenförmige Verdickung auf der Schädelplatte oberhalb der Augen ist das Verbindungsstück zwischen der Schädelplatte und dem Rumpf. Unter ihr befindet sich auch das Zentralnervensystem in dem sich die einzelnen Nervenstränge zu einem Knoten verdichten. Es ist sozusagen das Gehirn des Triops.

5.) Schädelplatte ( Carapax )

Die Schädelplatte ist eine etwa Daumennagel große Chitinplatte die den Triops vor Angriffen von oben schützt. Sie ist keilförmig aufgebaut um den Widerstand beim Schwimmen möglichst gering zu halten. Außerdem bietet diese Schädelform einen Vorteil bei der Nahrungssuche da der Triops besonders leicht mit dieser Schädelplatte im Bodengrund wühlen kann.

6.) Rumpf ( Thorax )

Der längliche Rumpf besteht aus mehreren ineinander verschränkten Chitinringen welche die Organe des Triops wie eine Plattenrüstung vor Feinden schützen. Sie erstrecken sich vom Ansatz der Schädelplatte bis zum After. Ihre Anzahl ist je nach Art und Größe des Tieres verschieden, sie liegt zwischen 8 und 17 Ringen.

7.) 13. - 52. Blattbeinpaar

Die hinteren Beinpaare dienen dem Triops nur geringfügig zur Bewegung. Ihre Hauptaufgabe besteht im Aufwirbeln von fressbaren Kleinteilen im Bodengrund, ihrer Aufnahme, sowie der Atmung. Die hauchdünnen Blattbeinchen sind mit einem feinen Kapillarsystem durchzogen, durch das der Triops sein Blut mit Sauerstoff anreichert, wie die Kiemen eines Fisches. Sie erstrecken sich von der Einbuchtung der Schädelplatte, von den Eiersäckchen, bis zum unteren ¼ des Rumpfes und werden in Schwanzrichtung zunehmend kleiner.

8.) After ( Telson )

Der After befindet sich am Ende des Rumpfes zwischen den beiden Gabelschwanzspitzen. Der Triops scheidet durch ihn die unverwertbaren Nahrungsreste, den Detritus, aus. Er besteht aus zwei Chitinplatten die durch einen Muskelring geöffnet und geschlossen werden können.

9.) Gabelschwanz   ( Furca )

Der Gabelschwanz ist eine unbewegliche Verlängerung des Rumpfes. Er dient dem Triops um sich während des Schwimmens zu stabilisieren und um ihm eine Richtungsänderung zu erleichtern. Der Gabelschwanz erfüllt jedoch keine lebensnotwendigen Funktionen, denn der Triops ist auch ohne ihn lebensfähig. Der Gabelschwanz kann genauso lang werden wie der Rumpf.

10.) Schädelverdickung ( Cephalon )

An der Spitze der Unterseite der Schädelplatte befindet sich eine sichelförmige Verdickung mit Hilfe derer der Triops seinen Kopf leicht in den Bodengrund schieben kann und sich leichter durch ihn durchwühlen kann.

11.) Mundwerkzeuge

Am oberen Ende der so genannten Mittelrinne – die rötliche Linie auf dem Rumpf über die der Triops die Nahrung befördert – befindet sich das Maul des Triops an dem sich die Mundwerkzeuge befinden mit deren Hilfe er Nahrungsbrocken soweit bearbeiten kann, das er sie hinunterschlucken und schließlich verdauen kann. Sie bestehen aus mehreren scharfen Platten die aneinander reiben, sowie kleinen Greifwerkzeugen mit deren Hilfe der Triops die Nahrung festhält, um sie zu bearbeiten und sie dann in sein Maul zu führen.

12.) 1. – 12. Blattbeinpaar   ( Pereiopoden )

Diese Beine sind deutlich kräftiger ausgebildet als die am Hinterleib. Sie übernehmen hauptsächlich die Funktion der Fortbewegung. Der Triops ist durch ihre besondere Schaufelform auch in der Lage zu Buddeln, was es ihm erleichtert Nahrung im Bodengrund aufzustöbern, durch ihre Form sind sie außerdem besonders gut an das Leben im Wasser angepasst und erleichtern die Fortbewegung erheblich. In geringerem Maße als die Hinterbeine sind die vorderen Beinpaare auch für die Atmung zuständig.

13.) Eiersäckchen

In diesen kleinen Taschen, die sich zwischen dem 12. und 13. Beinpaar befinden, werden die Eier gebildet. An der Basis dieser Säckchen befindet sich eine Keimdrüse die nach der Geschlechtsreife pausenlos Eier bildet, die dann in das Eiersäckchen fallen um dort zu reifen. Wenn die Eier reif sind, werden sie aus dem Beutel hinausgeschüttet und mit einem speziellen von einer Drüse abgesonderten Sekret umhüllt, das die Eier mit dem Bodengrund verklebt und sie vor Feinden schützt.

 

 

 

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Stand: 06. März 2013
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